Stress gut oder schlecht?
Stress ist eines der wichtigsten Schlagwörter unserer Zeit und muss als Erklärung einer Vielzahl von körperlichen und seelischen Zuständen herhalten.
Dabei ist Stress eine natürliche körperliche Reaktion auf eine Herausforderung. Die Ausschüttung von Adrenalin lässt das Herz schneller schlagen, der Puls steigt an, die Zunahme roter Blutkörperchen erhöht die Sauerstoffaufnahme im Blut, die Atmung wird beschleunigt, die Pupillen vergrößern sich, die Verdauung wird unterbrochen, kurz der Körper wird voll aktiviert. Diese Aktivierung des Körpers hört aber rasch wieder auf, wenn die “Gefahr” – die Situation – vorüber ist . Der Organismus beruhigt sich wieder.
Jeder Mensch benötigt für seine körperliche sowie seelische Entwicklung, abgestimmt auf seine jeweilige Entwicklungsstufe, angemessene Belastungen (wie Aufgaben, Bewegungen, Temperaturen, Beziehungen), die zum Handeln, Entscheiden oder zur Anpassung zwingen.  Die Stressreaktionen auf den Körper sind daher an sich nicht gesundheitsschädlich. Ein gewisses Ausmaß von Stress (auch im zeitlichen Ablauf gesehen) wird vom Betroffenen oft sogar als angenehm und leistungssteigernd gesehen und kann auch zur maximalen Ausschöpfung des persönlichen Potenzials beitragen.
Nur wenn die persönlichen Ressourcen nicht ausreichend sind, um eine “Situation” zu bewältigen, wird eine negative Stressreaktion ausgelöst. Halten diese Belastungen über einen langen Zeitraum an, so kann sich über Monate oder Jahre ein fortlaufender Prozess der physischen, emotionalen und mentalen Verausgabung entwickeln.
Dieser Übergang von der “normalen Erschöpfung” hin zu den ersten Stadien des Burnouts wird dann oft nicht mehr wahrgenommen. So geraten Betroffene oft von stressigen Zeiten unbemerkt ins Burnout.

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